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Thema: Sünde + Todsünde

Sünde Allgemein


Der Ursprung des Wortes ist nicht genau geklärt. Das hebräische Wort chat’at aus dem alten Testament und der griechische Ausdruck hamartia des Neuen Testaments bedeuten Verfehlung eines Ziels und werden in deutschen Bibelübersetzungen mit Sünde wiedergegeben. Die Sünde ist insbesondere ein Begriff des Judentums, Christentums und des Islam. Mit der Sünde ist die Trennung zwischen Gott und Mensch gemeint. Eine Sünde ist nicht nur eine bestimmte Tat, sondern auch ein Ausbrechen des Menschen aus der Beziehung zu Gott. Dabei unterscheidet sich die Sünde bei Katholiken und Protestanten. Im katholischen spricht man von Sünden der unterschiedlichsten Art und Schwere aufgrund eigener Entscheidungen während die Evangelisten nicht von einzelnen Sünden sprechen sondern nur von der einen „Sünde“, die Auflehnung des Menschen gegen Gott.


Sünde im Judentum

Man Unterscheidet hier zwischen absichtlich begangenen Sünden, in bewusster Auflehnung gegen Gott; emotional begangenen Sünden, bewusst, aber nicht in Auflehnung gegen Gott und unbeabsichtigte Sünden. Die jüdische Lehre besagt, dass kein Mensch perfekt ist und alle Menschen haben mehrfach gesündigt. Allerdings droht dadurch keine andauernde Verdammung und fast keine Sünde ist unvergebbar. Das gesamte jüdische Volk kommt am Feiertag Jom Kippur zur Vergebung der Sünden zusammen.


Sünde im Christentum

Im Christentum geht die Sichtweise der Sünde über die alttestamentliche (jüdische) hinaus und ist in den wichtigsten Punkten aus dem Neuen Testament entnommen. Listen von Sünden sind in der Apostelgeschichte, in den Briefen von Paulus und in der Offenbarung zu finden.


Todsünde

Die Todsünde bezeichnet im Christentum besonders schwerwiegende Sünden wie Mord oder Diebstahl. Damit eine Sünde eine Todsünde ist, müssen drei Vorrausetzungen erfüllt sein: 1. Die Sünde muss schwer sein. Die böse Tat muss ein schweres Verbrechen gegen Gott oder gegen jemand anderes sein.
2. Der Sünder muss sich der Sünde bewusst sein. Der Täter muss volle Erkenntnis darüber besitzen, dass sein Handeln zutiefst falsch ist.
3. Die Sünde muss vorsätzlich sein. Der Sünder muss wissen, dass er der Versuchung widerstehen könnte und sich dann willentlich für das Böse entscheiden.


Sollte die Sünde einer dieser Bedingungen nicht erfüllen, verdient sie damit nicht die ewige Strafe, ganz gleich, wie böse die Tat auch sein mag. Stirbt man mit einer Todsünde auf dem Herzen, so zieht man den zweiten Tod, die Höllenstrafe nach sich. Eine Todsünde kann nur in der Beichte oder vollkommene Reue vergeben werden. Allerdings ist bei vollkommener Reue die Beichte trotzdem Pflicht. Ohne Beichte der Todsünden erlaubt die katholische Kirche nicht die Teilnahme an der Kommunion. Zitat aus dem apostolischem Schreiben Papst Johannes Paul II "Die Kirche nennt denjenigen Akt eine Todsünde, durch den ein Mensch bewusst und frei Gott und sein Gesetz sowie den Bund der Liebe, den dieser ihm anbietet, zurückweist, indem er es vorzieht, sich [sich] selbst zuzuwenden oder irgendeiner geschaffenen und endlichen Wirklichkeit, irgendeiner Sache, die im Widerspruch zum göttlichen Willen steht."

Evagrius Ponticus, ein Mönch des 4. Jahrhunderts nach Christus beschrieb die acht Gedanken oder Dämonen die einen Mönch heimsuchen können. Gula, Luxuria, Avaritia, Ira, Tristitia, Acedia, Gloria und Superbia. Auf Deutsch: Völlerei, Unkeuschheit, Habsucht, Zorn, Trübsinn, Faulheit, Ruhmsucht und Stolz. Im 6. Jahrhundert griff Papst Gregor diese Vorstellung auf, reduzierte das ganze auf die Zahl Sieben indem er Ruhmsucht und Stolz zu Hochmut sowie Traurigkeit und Faulheit zu Trägheit zusammenfasste und den Neid hinzufügte.

Die sieben Todsünden

Völlerei Die Sünde des ungemäßigten Verlangens nach Speise und Trank, Quelle und Wurzel der Fettleibigkeit und Bequemlichkeit.
Wollust Die Sünde der ungeordneten geschlechtlichen Begierde, Quelle und Wurzel der Verblendung, der Triebhaftigkeit und der Selbstsucht.
Habsucht Die Sünde des unkontrollierten Strebens nach irdischen Gütern, Quelle und Wurzel der Hartherzigkeit, des Geizes und der List.
Zorn Die Sünde des ungezügelten Temperaments, Quelle und Wurzel der Beleidigung, der Blasphemie und der Gewalt.
Neid Die Sünde des Unbehagens über das Glück des Nächsten, Quelle und Wurzel des Hasses, der Intrige und Verleumdung.
Trägheit Die Sünde der Unterlassung von Werken: von geistlichen wie auch körperlichen, der Gleichgültigkeit und des Schmarotzertums.
Hochmut Die Sünde des ungeordneten Strebens nach Auszeichnung, Quelle und Wurzel der Vermessenheit, der Ruhmsucht und Prahlerei.


Sie werden eigentlich als Hauptlaster bezeichnet und sind selbst eigentlich keine Sünden sondern die Ursache von Sünden und können sowohl zu schweren als auch zu weniger schweren Sünden führen. Da diese Hauptlaster die Ursache und somit Wurzel der Sünden sind werden sie auch Wurzelsünden oder Hauptsünden genannt. Theologisch eigentlich falsch, aber umgangssprachlich gebräuchlich ist die Bezeichnung der sieben Hauptlaster als Todsünden.
Auch im Verlauf der darauf folgenden Jahrhunderte ließ die Faszination und die Furcht über die 7 Todsünden nicht nach, so malte sie als bekanntes Beispiel Hieronymus Bosch auf einen Tisch. (Holzstiche von Hieronymus Cock)
Die katholische Theologie näherte sich in der Neuzeit allmählich dem protestantischen Verständnis an, in dem nicht zwischen schweren oder leichten Sünden unterschieden wird sonder es nur eine allgemeine Sündigkeit der Menschen gibt. Außerdem wurden die 7 Sündenbegriffe von neuen, wissenschaftlichen Begriffen als Kategoriesystem für asoziales Verhalten weitgehend für überholt erklärt oder gar verdrängt. Wenn heutzutage in einem religiösen Kontext von den Todsünden gesprochen wird, so werden diese in der Regel im Sinne eines verfehlten Lebens im Ganzen interpretiert.

Jedoch tauchen die 7 Sünden immer wieder in den Medien auf. So werden sie in Büchern, Filmen oder sogar in der Werbung genutzt. Als Beispiel der Film „Seven“ von David Fincher oder in der Literatur „Die sieben Todsünden. Einblicke in die Abgründe menschlicher Leidenschaft“ von Jürgen Werner.

Kommentar zum Referat

Da das Thema Sünde anscheinend sehr umstritten ist, war es schwierig das Ganze zusammenzufassen. Das größte Problem ist, dass viele eine andere Ansicht dazu haben und so findet man in fast jeder Information über Sünde oder Todsünde etwas anderes. Ich denke dass in der heutigen Gesellschaft die Ansicht der Todsünden nicht mehr passt und man über das Thema lange diskutieren kann.